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Der Hirtstein ist ein basaltisches Gebirgsmassiv, dessen Hänge überzogen sind mit immergrünen Fichten und alten Buchenbeständen, die besonders im Frühjahr und Herbst durch ihre einzigartige Laubpracht viele fremde Besucher und Wanderer anlocken. Steht man auf der Kuppe des Hirtsteins, so bietet sich bei freier Sicht ein herrlicher Rundblick auf das Bergpanorama des Erzgebirges. Im Süden liegt der böhmische Hassberg; an diesen schließen sich an, der Keil- und Fichtelberg, dann im Westen der Bärenstein, dahinter der Auersberg, der Ort Grumbach an der aus dem Preßnitztal aufsteigenden Höhe, der Scheibenberg, der Pöhlberg und die Greifensteine. Schaut man nach Norden, so kann man die stolze, vierzinnige Augustburg erblicken. Im Osten bietet sich dem Auge auf zwei Waldlichtungen die benachbarten Orte Reitzenhain und Kühnhaide der Schwartenberg und schließlich das "böhmische Basberg" (Sebastiansberg).
Der Hirtstein ist aber nicht nur dieser herrlichen Aussicht wegen bekannt geworden, sondern auch wegen seines eigenartigen Basaltlagers. Diese geologische Seltenheit steht in ganz Deutschland einzig da.
Ebenso bietet sich für den Ruhe suchenden Menschen in den umliegenden Wäldern manches Plätzchen der Erholung, aber auch Auto- und Motorradfahrer können auf der Hirtsteinstraße bis zum Berggipfel hinauffahren.
Auch der Skisport kann im Hirtsteingelände von Anfängern wie Fortgeschrittenen ausgeübt werden. Ausgeschilderte Wanderwege und im Winter gespurte Loipen tragen zur Attraktivität der Umgebung bei. Ein kleiner Ski- und Rodelhang am Berg ist Anziehungspunkt für Familien bis weit in die Chemnitzer, Freiberger und Dresdner Region. Dass man sich beim Berganstieg nicht so verausgabt, dafür sorgt ein Skilift. Für Ski- und Rodelausleih ist gesorgt. Ein besonderes Highlight ist das Snowtubing. Bei ausreichend Schnee ergibt sich die Möglichkeit, diesen Lift mit so genannten Snowtubes (spezielle Reifen) und präparierten Abfahrtsrinnen zu nutzen.
Ganz in der Nähe liegt ein Moorlehrpfad der über die Entstehung und Entwicklung der hiesigen Hochmoore informiert. In nur 10 Minuten ist man im kleinen Dörfchen Schmalzgrube, dass mit einem beheizbaren Freibad im Sommer ungetrübten Wasserspaß erleben lässt. Für Dampf- und Nostalgiebegeisterte steht die Schmalspurbahn Jöhstadt-Steinbach ganz in der Nähe bereit.
Nicht weit von der Baude entfernt können unsere Gäste einheimischen Handwerkern über die Schultern schauen. So z.B. beim Glas schleifen, Drechsel n, Schnitzen und Klöppeln.
Und wen es von den Gästen doch in ein fremdes Land zieht, der hat vom Hirtstein aus Muse per Pedes oder per Kraftfahrzeug das nahe gelegene Tschechien zu besuchen. Zahlreiche überregionale Angebote sorgen dafür, das Nachbarland besser kennen zu lernen. Den Gipfel des Hirtsteins krönt die Hirtsteinbaude, errichtet im Jahre 1927. Sie hat ihre eigene bewegte Geschichte.
So beschlossen am 3. Juni 1909 30 Satzunger Bürger im „Erbgericht Satzung" die Gründung eines Erzgebirgs - Zweigvereins. Kurz danach befasste man sich mit der Schaffung eines Wanderweges zum Hirtsteingipfel, mit dem Bauern Emanuel Bergelt wurde ein Abkommen geschlossen, dass dessen Feldweg gegen einen jährlichen Pachtzins von 20 Mark als Wanderweg genutzt werden konnte.
Die einsetzende erhöhte Wandertätigkeit nach dem Hirtstein lies bald den Wunsch nach Errichtung einer Schutzhütte aufkommen. Auf Grund fehlender Geldmittel und dem Ausbruch des 1. Weltkrieges kamen diese Bestrebungen zunächst zum Erliegen.
Erst im Jahre 1926 kam ein Vertrag mit dem Baugeschäft Max Weber in Kühnhaide zustande. Der Kostenanschlag betrug 24000 Mark. Baumeister Weber übernahm den Bau eines Unterkunftshauses gegen eine Baukostenzahlung von 6ooo Mark. Als Gegenleistung wurde ihm die Schankkonzession auf 10 Jahre übertragen. Eigentümer wurde der Erzgebirgszweigverein Satzung.
Der Bau des Unterkunftshauses begann noch im Jahre 1926 und wurde bereits im Mal 1927 fertig gestellt. Da aber die Zufahrtsstraße zum Hirtstein noch im Bau war, fand die Einweihung erst am 11.September 1927 nachmittags drei Uhr statt.
Die Weltwirtschaftskrise 1930-1932 ging auch am Unterkunftshaus auf dem Hirtstein nicht spurlos vorüber. Das Baugeschäft Weber und auch der Erzgebirgszweigverein Satzung musste seine Zahlungen einstellen und so wurde das Unterkunftshaus 1932 zwangsversteigert. Die Gemeinde Satzung ersteigerte das Grundstück und blieb Eigentümer des Hauses bis zum 2. September 1944.
Dann wurde mit dem Berliner Großhändler und Gastwirt Franz Otto Reschke ein Kaufvertrag abgeschlossen; aber erst im Jahre 1946 erfolgte die Beurkundung im Grundbuch.
Die Bewirtschaftung des Unterkunftshauses von 1927 bis heute unterlag vielen Schwierigkeiten. Es gab Beschwerden, aber auch Anerkennung. Die älteren Satzunger Einwohner werden sich bestimmt noch an das Ehepaar Franz und Mize Heß und deren weithin bekannten "böhmischen Küche" erinnern, oder an den Bergwirt Claus Beyer. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts befand sich das Unterkunftshaus zeitweilig in der Nutzung des damaligen VEB Wittol in Lutherstadt Wittenberg.
In den darauf folgenden Jahren erfolgten immer wieder Um- und Anbauten. 75 Jahre hat das Hirtstein – Unterkunftshaus allen Unbilden Witterung und des wirtschaftlichen Durcheinanders standgehalten.
Im Jahr 2005 schreiben wir, die Familie Münch, das Buch der Geschichte für den Hirtstein weiter.
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